Eröffnung am 27. Juni, 17 Uhr, im Mendelssohn-Haus Leipzig

Der Salon des 19. Jahrhunderts steht im Mittelpunkt der neuen Sonderausstellung im Mendelssohn-Haus, die am Freitag, 27. Juni, 17 Uhr, mit einem kleinen Konzert im Musiksalon eröffnet wird. Anlässlich des 200. Todestages von Komponist und Musikschriftsteller Johann Friedrich Reichardt gewährt die Ausstellung Einblicke in die Welt der literarischen und musikalischen Salons, die besonders zur Zeit der Romantik als Orte der Konversation, des Musizierens, Experimentierens und Knüpfens neuer Kontakte galten. Anhand der beiden Persönlichkeiten Johann Friedrich Reichardt und Felix Mendelssohn Bartholdy soll die einstige Atmosphäre und das geistige Klima der Salons für den Besucher erlebbar gemacht werden. Ausgewählt wurden u.a. der Kreis um Goethe in Weimar, der Salon der Elisabeth Staegemann in Berlin, die „Herberge der Romantik“ in Giebichenstein, die „musikalischen Winterabende“ von Mendelssohns Mutter Lea und die „Sonntagsmusiken“ von Felix’ Schwester Fanny sowie die Hauskonzerte im Musiksalon in der Leipziger Goldschmidtstraße 12.
 
Die Ausstellung entstand in einer Kooperation mit dem Händel-Haus Halle, wo seit dem 11. April 2014 Reichardt gedacht wird. Am 27. Juni 1814 verstarb er in Giebichenstein bei Halle.
 
Zur Eröffnung der Ausstellung am 27. Juni interpretiert die Sopranistin Anke Berndt zusammen mit der Harfenistin Ursula Heins Mendelssohn-Lieder nach Texten von Johann Wolfgang von Goethe und Heinrich Heine, die Ballade von Goethe „Die Braut von Korinth“ und Lieder von Johann Friedrich Reichardt, der ebenfalls Goethes Texte vertonte. Zudem wird die Kuratorin der Ausstellung, Claudia Forner, in die Thematik einführen.
 
Johann Friedrich Reichardt wurde 1752 in Königsberg geboren, galt als Wunderknabe auf der Violine und erhielt 1775 von Friedrich II. die Stelle des königlich-preußischen Hofkapellmeisters. Doch nach nur zwei Jahren zog er sich zurück und konzentrierte sich auf die Schriftstellerei und das Komponieren von Liedern und Instrumentalwerken. Er unternahm zahlreiche Reisen und pflegte engen Kontakt zu Goethe, Herder und Schiller. Berühmt wurde sein Dichterparadies in Giebichenstein, das unter dem Begriff „Herberge der Romantik“ in die Geschichte eingegangen ist und Treffpunkt wissenschaftlicher und literarischer Persönlichkeiten wie Clemens Brentano, Achim von Arnim, Novalis, Jean Paul und Johann Wolfgang von Goethe war. Von Arnim beschäftigte sich hier intensiv mit dem Sammeln von Volksliedern für „Des Knaben Wunderhorn“, an dem auch Reichardt selbst mitgearbeitet und einzelne Texte vertont hat.
 
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Eintritt ist frei
 
Öffnungszeiten: täglich 10 – 18 Uhr
Die Ausstellung ist bis zum 4. Januar 2015 im Raum für Sonderausstellungen zu sehen.
 
Mendelssohn-Haus
Goldschmidtstraße 12, 04103 Leipzig
 
www.mendelssohn-stiftung.de
 

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