Ute Lemper und das Vogler Quartett auf Chanson-Weltreise

CD-Präsentation im Dussmann-Haus, Berlin am 10. September

Zwischen Tag und Nacht, Liebe und Krieg, Leichtigkeit und Dramatik – Gegensätze, die das neue Album „Paris Days – Berlin Nights“ (Steinway & Sons, VÖ 01.09.2012) auszeichnen und die das Vogler Quartett reizten, sich auf eine Chanson-Reise mit der Sängerin Ute Lemper einzulassen. Eines der erfolgreichsten Streichquartette der Klassik-Szene trifft auf einen internationalen Weltstar im Showgeschäft. Entstanden ist ein faszinierendes musikalisches Kaleidoskop der Vor- und Nachkriegszeit. Dank der brillanten Arrangements von Stefan Malzew wandelt der Hörer von Paris nach Berlin über Argentinien bis nach Ost-Europa. Es ist ein Abtauchen in Geschichten, geprägt von Sehnsucht und bitterer Realität, die über die Landesgrenzen hinaus die Menschen verbindet. Am 10. September, 19 Uhr, präsentieren alle mitwirkenden Musiker das neue Album im Dussmann KulturKaufhaus, Berlin. Während der erfolgreichen Amerika-Tournee im April dieses Jahres schrieb die New York Times begeistert von „ausdrucksstarkem Gesang und fesselnder Dramatik“. Im November 2012 sind Ute Lemper und das Vogler Quartett u.a. in MadridSevilla und Lissabon zu erleben. Für den Sommer 2013 ist eine Tour mit Konzerten bei den großen Festivals in Deutschland und Europa geplant.

Beginnend in Paris, mit einem Spaziergang am Tag über die Rue Pigalle, eröffnen zwei durch Edith Piaf berühmt gewordene Chansons das Album „Paris Days – Berlin Nights“. Weiter führt die Reise ins Berliner Kabarett. Vier Lieder von Kurt Weill und Hanns Eisler nach Texten von Bertolt Brecht und Kurt Tucholsky erzählen von der politisch und gesellschaftlich unruhigen Zeit vor und nach dem 2. Weltkrieg. Hier wird ein Bogen gespannt von dem berühmten „Surabaya Johnny“ und der „Moritat von Mackie Messer“ über den packenden Chanson „Der Graben“, bis zu dem erdrückenden Lied „Über den Selbstmord“. Letzteres stammt aus Eislers Hollywood Songbook und wurde von Ute Lemper in englischer Sprache eingesungen. Nach der „Ballade vom Wasserrad“, befinden sich die Musiker in der leidenschaftlichen Welt des Tango Nuevos Begründers, Astor Piazzolla. „La ultima grela“ und „Yo soy Maria“ (nach Texten von Horacio Ferrer) rahmen den bekannten Tango „Oblivion“ ein, zu dem Ute Lemper einen eigenen Text verfasste. Bevor Jacques Brels „Ne me quitte pas“ die Reise wieder in Frankreich enden lässt, navigieren das Vogler Quartett, Stefan Malzew und Ute Lemper in Richtung Osten: Sie wählten hierfür ein russisches Chanson von Nikita Bogolovsky und zwei träumerische Lieder in Jiddisch von der polnisch-israelischen Sängerin und Komponistin Chava Alberstein.

Ob traumwandlerisch leicht oder dramatisch virtuos – das Vogler Quartett zaubert eine atmosphärische Dichte, die den Chansons eine bislang ungehörte Tiefe verleiht. Akzente setzt dabei Stefan Malzew, der als Pianist, Klarinettist und Akkordeonspieler den jeweiligen Charakter der Kompositionen gekonnt in Szene setzt. All dies sind ideale Voraussetzungen, der Stimme von Ute Lemper jede Entfaltungsmöglichkeit zu bieten – von wilden Ausbrüchen bis hin zu zartesten Nuancierungen.

Das Vogler Quartett verlässt für dieses außergewöhnliche Projekt den vertrauten Boden seines umfangreichen Streichquartett-Repertoires und brilliert in den Arrangements, die der Komponist und Chefdirigent der Neubrandenburger Philharmoniker Stefan Malzew den vier Musikern auf den Leib schrieb. Das Ensemble spielt seit seiner Gründung 1985 in der gleichen Besetzung: Tim Vogler, Frank Reinecke, Stefan Fehlandt und Stephan Forck. Bereits ein Jahr später gewann es bei dem renommierten französischen Streichquartettwettbewerb in Evian als erstes ostdeutsches Ensemble Preise in mehreren Kategorien. Alle vier Musiker studierten an der Berliner Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ und wurden von Mentoren wie Walter Levin, György Kurtág und dem LaSalle Quartett in den USA nachhaltig geprägt und gefördert. Das Vogler Quartett ist weltweit präsent und gibt neben der Konzerttätigkeit Workshops und Meisterklassen. In europäischen Musikzentren wie Paris und London fühlen sie sich ebenso zu Hause wie in Japan, Australien und Neuseeland. Seit 1993 veranstaltet das Ensemble im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt eine eigene Konzertreihe, mit Beginn des Jahres 2000 ebenfalls in Neubrandenburg. Als Nachfolger des Melos-Quartetts hatte das Vogler Quartett die Professur für Kammermusik an der Musikhochschule in Stuttgart inne.

Die „New York Times“ bezeichnete Ute Lemper als den „heißesten deutschen Import seit dem Volkswagen“. Mit Liedern aus der Berliner Kabarettszene der Vorkriegszeit, Chansons und eigenen Kompositionen begeistert sie weltweit, vor allem aber in ihrer Wahlheimat New York. Seit nunmehr 30 Jahren widmet sich die Schauspielerin und Sängerin voller Leidenschaft der Kunst. Weltweit berühmt wurde sie in erster Linie mit Liedern von Kurt Weill sowie dem französischen und europäischen Chanson-Repertoire. Für ihre großen Musical-Erfolge von „Cats“ (1983 in Wien, 300 Vorstellungen) und „Cabaret“ (1988, Paris) erhielt sie zahlreiche Preise (Molière-Preis als beste Musical-Darstellerin). Als Schauspielerin arbeitete sie mit Regisseuren wie Peter Greenaway oder Robert Altman. Zu ihren Aufnahmen zählen unter anderem „Die sieben Todsünden“, „Songs from Kurt Weill“ sowie „Songs from Piaf & Dietrich“ mit dem London Symphony Orchestra.

Paris Days – Berlin Nights
Steinway & Sons
STNS30009

Ute Lemper, Gesang

Vogler Quartett
Tim Vogler, Frank Reinecke – Violine
Stefan Fehlandt – Viola
Stephan Forck – Violoncello

Stefan Malzew – Arrangements, Klavier, Klarinette, Akkordeon

Aufnahme
Konzertkirche Neubrandenburg, 19.-21.02.2012
Marcus Herzog – Produktion, Tontechnik

www.voglerquartet.com
www.utelemper.com

 

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