Die neue CD „Belle Epoque“ vereint inspirierende Streichquartett-kompositionen von Debussy, Milhaud und Menu (VÖ 21. März)

Die Musiker des jungen Schweizer Galatea Quartetts sorgten 2011 mit ihrer Ernest Bloch-Einspielung für internationales Aufhorchen und wurden prompt mit einem ECHO Klassik ausgezeichnet. Mit dem Album „Belle Epoque“ legt das Ensemble nun seine zweite Veröffentlichung bei Sony Classical vor und beweist einmal mehr eine intelligente Repertoireauswahl. Im Zentrum steht das wegweisende Streichquartett von Claude Debussy, welches im 1. Streichquartett von Darius Milhaud und in der Sonatine pour Quartuor à cordes von Pierre Menu mitschwingt. Das Werk von Menu ist zweifelsfrei eine außergewöhnliche Entdeckung, gilt doch der Name des äußerst talentierten Komponisten heute weitgehend als unbekannt und lässt sich selbst in einschlägiger Literatur kaum finden.

Debussy schuf mit seinem einzigen Streichquartett (Quatuor à cordes op. 10, 1893) ein Meisterwerk der Epoche. Basierend auf nur einem Hauptthema entfaltet Debussy orchestrale Klangfülle, wirkungsvolle Spieltechniken und ein Reichtum an musikalischen Farben. Ganz im Sinne der Zeit lösen Tempo und Stimmung die Strenge der formalen Struktur. Dieser Idee folgt auch Darius Milhaud in seinem ersten von insgesamt 18 Streichquartetten aus dem Jahr 1912, das mit ungestümer Kraft und raffiniert schwebender Harmonik fasziniert. Gewidmet ist es „à la mémoire de Paul Cézanne“. Der Einfluss von Debussys Quartett ist bei Milhaud und Menu deutlich zu hören. Letzterer galt als Hoffnungsträger der französischen Musik und bewegte sich im Kreis der Groupe des Six. Auf tragische Weise starb Pierre Menu (1996-1919) im Alter von nur 23 Jahren an einer Vergiftung, die auf einen Gasangriff deutscher Truppen in Paris im Ersten Weltkrieg zurückzuführen ist. Zu seinem kleinen Oeuvre zählt u.a. die „Sonatine pour Quator à cordes“ (1916). Wie bei Debussy bildet hier ein Thema die Grundlage des originellen Werkes, das Menu seinem Lehrer Jules Aimable Roger-Ducasse (1873-1954) zueignete.

„Energieschübe hoch vier – das hellwache GQ arbeitet unangestrengt Details heraus, die man zuvor nicht hörte“, so schrieb Die Zeit über das Sony Classical Debüt des Galatea Quartetts. Das 2005 in Zürich gegründete Ensemble besticht laut BR Klassik „mit unglaublich energetischer Intensität und klanglicher Brillanz“. Nach anfänglicher Zusammenarbeit mit Stephan Görner vom Carmina Quartett, dem Artemis Quartett und Hatto Beyerle (Alban Berg Quartett), der das Quartett noch heute mit betreut, stellten sich rasch Wettbewerbserfolge ein, u.a. beim Concours de Genève (2006), Migros Kammermusikwettbewerb in Zürich (2007), Internationalen Kammermusikwettbewerb in Osaka (2008) und beim Streichquartett-Wettbewerb in Bordeaux (2010). Konzerttourneen führten das Quartett durch ganz Europa – in die Wigmore Hall, das Concertgebouw Amsterdam und die Tonhalle Zürich – sowie nach Japan, Argentinien, Kanada und Indien. Die fünf Musiker waren Gast auf bedeutenden Festivals, u.a. bei der Società del Quartetto Milano, beim Festival de Sion, der EuroArt Prag, beim Festival Pablo Casals, den Festspielen Zürich und bei den Tagen für Neue Musik.

Durch einen unangestrengten Umgang mit den Klassikern und die Lust auf beständige Horizonterweiterung setzt das Galatea Quartett neue musikalische Ausrufezeichen in der Kammermusikszene. Neben dem klassischen Repertoire erkunden die vier Streicher ungewohntes Terrain und entwerfen innovative, genreübergreifende Konzepte. Zum eigenständigen Profil des Quartetts trägt auch die gemeinsame Arbeit mit Isabel Mundry und Helmut Lachenmann bei. Das Engagement für zeitgenössische Schweizer Musik beweisen Uraufführung von Werken von Martin Derungs, Hans Ulrich Lehmann, Heinz Marti und Rodolphe Schacher. Crossover-Projekte führten zur Zusammenarbeit mit Jon Lord (Deep Purple), Tina Turner und dem Schriftsteller Urs Faes sowie zu einer Aufführungsserie der Pink Floyd-Adaptation „To the Dark Side of the Moon“.

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Galatea Quartett
Yuka Tsuboi, Violine
Sarah Kilchenmann, Violine
Hugo Bollschweiler, Viola
Julien Kilchenmann, Violoncello
www.galatea-quartet.com

Eine Koproduktion mit Radio SRF2 Kultur
SONY Classical
LC 06868
88883788212
Total: 58.12

Belle Epoque

Tr. 01 – 04 Darius Milhaud (1892-1974): Quatuor à cordes Nr. 1 op. 5
Tr. 05 – 08 Claude Debussy (1862-1918): Quatuor à cordes op. 10
Tr. 09 – 10 Pierre Menu (1896-1919): Sonatine pour Quatuor à cordes

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