Auf der Suche nach dem lettischen Klang – die neue CD des Labels SKANI

Dārziņš und Ivanovs, 1906 geboren, studierten beide am lettischen Konservatorium bei Jāzeps Vītols und brachten Lettland in ihren Kompositionen zum Klingen – doch zwischen ihren musikalischen Vorstellungen liegen Welten. Zwei faszinierende Werke von Volfgangs Dārziņš (1906–1962) und Jānis Ivanovs (1906–1983) sind auf der neuen CD „Born in 1906.“ des lettischen Labels SKANI (dt. VÖ 27.1.2017) zu entdecken. Das Latvian National Symphony Orchestra spielte unter der Leitung von Andris Poga Ivanovs’ Sinfonie Nr. 20 sowie zusammen mit dem Pianisten Einis Zeriņš Dārziņš’ Klavierkonzert Nr. 2 ein.

Geprägt von den 20er und 30er Jahren in Lettland, einer aufstrebenden Zeit, in der u.a. das Lettische Konservatorium gegründet wurde, wuchsen Dārziņš und Ivanovs mit der Kompositionsschule des legendären Jāzeps Vītols auf. Dieser vermittelte ihnen eine hervorragende musikalische Ausbildung, die allerdings einer eher konservativen, deutsch-russischen spätromantischen Tradition verhaftet war und nicht zur Entdeckung neuer Horizonte anspornte. Doch beide jungen Künstler waren neugierig genug, um sich ihren eignen Weg hin zur lettischen Seele in der Musik zu bahnen.

Zweifelsfrei ließ sich Volfgangs Dārziņš von Skrjabin, Bartók und Impressionisten wie Ravel oder Debussy inspirieren. Aus diesen Anregungen schuf er seinen eigenen Klang, der für ihn „das Lettische“ ausdrückt. Er beschäftigte sich mit der traditionellen Musik seines Landes und wird in seiner Heimat auch als „Lettischer Bartók“ bezeichnet. Mit seinem 1938 komponierten 2. Klavierkonzert gelang ihm mittels leichtem, lyrischen Ton, vielschichtiger Harmonik und wechselnden Rhythmen eine energiegeladene musikalische Charakterstudie Lettlands.

Der Ursprung von Jānis Ivanovs’ Musik hingegen liegt in der Natur und der Landschaft des baltischen Staates. Seine 20 vollendeten Sinfonien, die sein Hauptopus markieren, wirken im Gegensatz zu Dārziņš Werken dunkler und monumental. Die 20. Sinfonie, uraufgeführt 1981 vom Latvian National Symphony Orchestra, gilt als seine letzte große Komposition und gleicht in Dramatik und Kraft einem Requiem. Ivanovs’ Tonsprache ist intensiv, niemals dekorativ und lässt ein farbenreiches, prächtiges Bild von Lettland im Kopf des Hörers entstehen.

Das Latvian National Symphony Orchestra (LNSO) ist eine der hoch geschätzten Bereicherungen der Klassikszene in Lettland. Das Ensemble widmet sich vorrangig Kompositionen des 19. und 20. Jahrhunderts sowie klassischen und zeitgenössischen Werken lettischer Komponisten. Bereits vier Mal wurde das LNSO mit dem höchsten Musikpreis in Lettland – dem Grand Music Award – geehrt. Musikdirektor Andris Poga leitet das Orchester seit November 2013. Gastdirigate übernahmen Mariss Jansons, Andris Nelsons, Valery Gergiev, Paavo Järvi, Kurt Masur, Krzysztof Penderecki u.a.

Der in London lebende Reinis Zeriņš zählt Lettlands aufstrebender jungen Klassikriege. Er war bei zahlreichen internationalen Klavierwettbewerben erfolgreich und erhielt drei Grand Music Awards. Reinis Zeriņš konzertiert in den wichtigen Konzerthäusern weltweit (Wigmore Hall, Concertgebouw, Carnegie Hall’s Weill Recital Hall, Tchaikovsky Concert Hall u.a.) sowie auf Festivals, wie dem Lucerne Festival, Bath International Music Festival, Kremerata Baltica Festival und Scotia Festival of Music. Zudem veröffentliche er mehrere CDs mit klassischem Repertoire und zeitgenössischen Werken (u.a. Jāzeps Vītols; Works for Solo Piano).

Lettland wurde durch Musik geboren und erlangte über den Gesang seine Freiheit. Das baltische Land fasziniert mit seinem traditionellen Liederschatz, den Dainas, seinen innovativen und überaus erfolgreichen zeitgenössischen Komponisten sowie seinen international renommierten Künstlern, die auf den großen Bühnen der Welt zu Hause sind. Diese lebendige Musiktradition wird nun, als Unternehmensbereich des Latvian Music Information Center, von einem neuen CD-Label eingefangen: SKANI – Sound of Latvia. Skani, das lettische Wort für widerhallen, erschallen, bringt den Klang des baltischen Staates zu Gehör. Die ersten CD-Aufnahmen der Reihe Centennial sind bereits über Naxos Music Libary sowie iTunes, amazon u.a. zu erhalten: „Latvian Songs“ (Egils Siliņš, Bassbariton, und Māris Skuja, Klavier), „The Fruits of Silence“ (Lettischer Rundfunkchor mit Werken von Pēteris Vasks, Ēriks Ešenvalds und Kristaps Pētersons), „The Sound of Freedom“ (Werke von Imants Kalniņš) .

COVER
we.tl/ylGyqNt9b0

BOOKLET
we.tl/PY2Se2wDqA

TRAILER
youtu.be/zpS8UmZ3eTI

SKANI FLYER
we.tl/2UKuBEWCp3

INFO
skani.lv

∗ BORN IN 1906.
Volfgangs Dārziņš und Jānis Ivanovs
SKANI EAN: 4751025440178
Total: 57:52

∗ Volfgangs Dārziņš (1906-1962)
Klavierkonzert Nr. 2
1. Andante. Allegro. Allegro moderato (12:13)
2. Tema con variazioni (9:06)
3. Vivace (7:48)

Jānis Ivanovs (1906-1983)
Sinfonie Nr. 20
4. Moderato tranquillo (10:30)
5. Adagio (8:09)
6. Menuetto. Reminiscenca (2:39)
7. Allegro con brio (7:09)

Pressekontakt:
Franziska Franke-Kern – accolade pr – Tel.: 0173.7262071 – franke@accolade-pr.de

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