Die neue CD „Dancing Paris“ entführt in die blühende Zeit der Belle Epoque (VÖ 20. September)

Es ist ein magischer Zauber, der von der französischen Musik um die Jahrhundertwende ausgeht und den das Alliage Quintett mit seinem neuen Album „Dancing Paris“ aufgreift (VÖ: 20. September 2013, Sony Classical). Die CD versammelt mitreißende Musik, zu der die Füße nicht stillstehen wollen, geschrieben von Komponisten aus Frankreich sowie Künstlern, die in Paris studierten und von der Kulturmetropole stark beeinflusst wurden: Erik Satie, Darius Milhaud, George Enescu, Germaine Tailleferre, George Gershwin und Aaron Copland. Der Hörer wird in eine aufregende Zeit der Belle Epoque versetzt. Musiker, Dichter und Maler waren auf der Suche nach einem neuen Lebensgefühl: Eine Einfachheit und Besinnung auf das Alltagsleben mit dem nötigen Raffinement früherer Epochen. Man spielte mit Elementen aus dem Jazz sowie der Volks- und Unterhaltungsmusik und bediente sich klassischer Formen, die durch Verfremdung und Parodie ihre Strenge verloren.
 
Für drei Kompositionen auf „Dancing Paris“ erweitert das Alliage Quintett seine einzigartige Besetzung durch den außergewöhnlichen Geiger József Lendvay. Virtuosität und Vitalität, gepaart mit großem Improvisationstalent, ermöglichen dem ungarischen Violinisten eine enorme Repertoirebandbreite, beginnend von klassischen Werken bis hin zu emotionalen Folk- und Gypsy-Klängen.
 
Letztere kommen besonders in der berühmten Rhapsodie Roumaine Nr. 1 A-Dur op. 11 von George Enescu zur Geltung. Der gebürtige Rumäne komponierte sie 1901 in Paris mit einer gehörigen Portion heimatlicher Volksweisen. Nicht weniger temperamentvoll ist Le bœuf sur le toit – Der Ochse auf dem Dach von Darius Milhaud. Die 1919 entstandene Fantasie für Orchester war ursprünglich als Stummfilmmusik gedacht und wurde erst durch die Ballettpantomime, inszeniert von Jean Cocteau, zum Riesenerfolg. Milhaud gelang mit dieser Komposition ein überaus schmissiges Rondo, dem er ein brasilianisches Volkslied zugrunde legte, das er während seiner Zeit als Kulturattaché in Brasilien kennengelernt hatte. Vier kleine, zarte Stücke von Erik Satie (u.a. Gymnopédie Nr. 1) und Germaine Tailleferre ziehen sich auf „Dancing Paris“ wie kleine Ruheinseln durch das sonst so impulsive Programm. Mit der grazilen, melodiösen Sérénade en la mineur, geschrieben von der einzigen Frau der „Groupe des Six“, Germaine Tailleferre, ist auf der CD ein Werk zu hören, das exakt für die Besetzung Saxophonquartett und Klavier von der Französin selbst transkribiert wurde. Eine einprägsame Vorstellung, wie Paris um 1928 geklungen haben mag, erhält man Dank George Gershwins „An American in Paris“. Mit diesem genialen Wurf entführt er den Hörer in die pulsierende Hauptstadt Frankreichs, die er während seiner großen Europareise selbst erkundete. Den rasanten Schlusspunkt von „Dancing Paris“ setzt, hoch zu Ross, Aaron Coplands Klassiker Hoe-Down aus der Ballettmusik Rodeo. Der Amerikaner studierte ab 1921 am Conservatoire Américain in Fontainebleau bei Paris.
 
Auf ihrer dritten CD-Produktion beim Label Sony beweisen die Mitglieder des Alliage Quintetts erneut eine intelligente Wahl der Arrangeure. Der deutsche Dirigent, Komponist und Geiger Sebastian Gottschick, der französische Komponist Sylvain Dedenon sowie der Bariton-Saxophonist des Alliage Quintetts Sebastian Pottmeier stimmten die Bearbeitungen der Orchester- und Klavierwerke exakt auf die Qualitäten des Ensembles ab. Dabei entstanden faszinierende Neudeutungen, die den Originalen mindestens ebenbürtig sind.
 
Alliage ist die wohl charmanteste Legierung (franz. alliage) von vier Saxophonen und Klavier. Einzigartig in seiner Besetzung erzeugt das mit einem ECHO Klassik ausgezeichnete Quintett die Illusion eines großen Orchesters. Gründer ist Daniel Gauthier, Primarius am Sopransaxophon. Mit ihm spielen einige der derzeit besten Solisten des klassischen Saxophons: Eva Barthas (Frankreich), Altsaxophon, Koryun Asatryan (Armenien), Tenorsaxophon, und Sebastian Pottmeier (Deutschland), Baritonsaxophon. Die koreanische Pianistin Jang Eun Bae komplettiert das Ensemble.
 
Das Alliage Quintett gastiert in den großen Konzertsälen in Europa, Asien und Nordamerika sowie bei renommierten Festivals wie dem Rheingau Musikfestival und dem Lucerne Festival. Neben zahlreichen Rundfunk- und TV-Aufnahmen, u.a. bei der ARTE Lounge, haben die Musiker inzwischen insgesamt fünf CDs mit speziell für sie arrangierten Werken von Mendelssohn, Schumann, Mozart, Rossini und Puccini veröffentlicht. Ihr SONY CLASSICAL-Debüt „Masquerade“ mit einer Rekomposition der „Vier Jahreszeiten“ von Vivaldi und einigen Bearbeitungen von Bach erschien 2008. Für „Voyage Russe“ (2011) begab sich das Quintett auf eine märchenhafte Reise durch Russland mit Tschaikowskys Nussknacker-Suite und „Scheherazade“ von Rimski-Korsakow.
 
Special Guest dieser Aufnahme ist der 1974 geborenen ungarische Geiger Jószef Lendvay. Er stammt aus einer hochmusikalischen Familie, sein Vater gilt in seiner Heimat und weit darüber hinaus als einer der populärsten Interpreten der ungarischen Zigeunerfolklore. Nach seinem klassischen Violinstudium in Budapest ist er inzwischen im gesamten Solo- und Kammermusikrepertoire für Violine zuhause. Zudem ist er Preisträger bedeutender internationaler Wettbewerbe. Seinen musikalischen Wurzeln ist er aber stets treu geblieben; sein selbst gewähltes künstlerisches Motto lautet: Czardas-Chaconne-Charisma.
 

 

József Lendvay ­– Violine

Alliage Quintett
 
Daniel Gauthier – Sopransaxophon
Eva Barthas Altsaxophon
Koryun Asatryan Tenorsaxophon
Sebastian Pottmeier Baritonsaxophon
Jang Eun Bae – Klavier
 

www.alliage.de

 
Eine Koproduktion von Deutschlandfunk und Sony Music
LC 06868
EAN: 88883746722
Total: 61:36
 
Dancing Paris
 
1. G. Enescu: Rhapsodie Roumaine No. 1 op. 11 (arr. Sebastian Gottschick)
2. E. Satie: Gnossienne No. 1 (arr. Sebastian Pottmeier)
3. D. Milhaud: Le boeuf sur le toit (arr. Sebastian Gottschick)
4. E. Satie: Gymnopédie No. 1 (arr. Sebastian Pottmeier)
5. / 6. G. Gershwin: An American in Paris (arr. Sylvain Dedenon)
7. G. Tailleferre: Sérénade en la mineur
8. E. Satie: Gambades (arr. Sebastian Pottmeier)
9. A. Copland: ‘Hoe-Down’ from Rodeo (arr. Sebastian Gottschick)
 

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